Home Nach oben

Gefahren im Internet

Marcus Lehmann referierte an der Realschule Mutlangen

In seiner Reihe „was uns betrifft“ begrüßte der Förderverein der Realschule Mutlangen Marcus Lehmann vom Polizeirevier Schwäbisch Gmünd, den ausgewiesenen Spezialisten in Fragen der Internetkriminalität und Gefährdungspotentialen aus dem Netz.

Obgleich sich in 98 % aller Haushalte mit Kindern PC befänden, davon 53 % im Kinderzimmer, führte Lehmann aus, würden sich die Erwachsenen, da sie ja selbst nicht in dieser Zeit aufgewachsen seien, häufig schlechter am PC und im Internet auskennen wie ihre Kinder. Unbestritten sei die Tatsache, dass der Computer aus dem Leben der Menschen und der Berufs- und Arbeitswelt nicht mehr wegzudenken sei. Als Medium zur Informationsgewinnung, zur Kontaktpflege, zur Gewinnung von Einsichten in technische Zusammenhänge, aber auch zum Lernen spiele er eine sehr wichtige Rolle. Dennoch müssten die sich aus der Nutzung dieses Mediums für Kinder und Jugendliche, wie auch für Erwachsene ergebenden Gefahren deutlich gesehen werden. Im Netzt seien Betrug, Gewaltverherrlichung, Pornografie und Kinderpornografie ebenso wie die Anbahnung von Straftaten zu finden.

Viele Jugendliche handelten illegal, wenn sie Musik oder Videos aus dem Netz herunterladen oder diese vervielfältigten, um das weiterzugeben. Dabei sei weniger das bei Entdeckung zu erwartende Strafverfahren, sondern wesentlich mehr die mit sehr hohen Kosten verbundenen Abmahnungen der Firmen zu fürchten.

Leicht gerieten Kinder, Jugendliche, wie auch Erwachsene auf kostenpflichtige Seiten, die nach dem Ausfüllen der persönlichen Daten, ohne dass es der Nutzer merkte, hohe Mitgliedsbeiträge nach sich zögen.

Besonders geschockt waren die Zuschauer von Bild- und Videomaterial von Gewaltszenen, die von Jugendlichen aus dem Netz runtergeladen, auf Handys übertragen und dann an Freunde weitergegeben würden.

Besondere Beachtung fanden auch die „Egoshooter“ – Spiele, bei denen die Spieler in die Rolle von Kämpfern schlüpfen, die dann in der Spielwelt über verschiedene Ebenen Gegner töten mussten. Durch entsprechende Manipulation könnten entschärfte Spiele leicht von den Kindern in der „harten“ Version gespielt werden. Oft werden solche Spiele bei LAN – Partys eingesetzt, bei denen viele Jugendliche gleichzeitig mit einem Netz untereinander verbunden stundenlang das Töten übten.

Einen breiten Raum im Vortrag nahm bei Marcus Lehmann der Internetanbieter Kwick ein, dessen Kundenkreis hauptsächlich im süddeutschen Raum liegt. Neben Informationen über Ereignisse böte Kwick die Möglichkeit, sich mit Gleichgesinnten im Netz zeitgleich zu treffen und zu chatten, das heißt sich schriftlich auszutauschen. Über Profilseiten könne man über sich selbst Bildmaterial und weitere Informationen einstellen. Hier sei Pädophilen und Sexualstraftätern ein weites Feld der Betätigung und Anbahnung von Kontakten gegeben. Dringend riet Lehmann davon ab, deutliche Fotos von der der eigenen Person oder genaue Angaben über sich zu machen. Sehr gefährlich sei es auch, die eigene Anschrift oder Handynummer ins Netz zu stellen oder diese bei einem Chat weiterzugeben.

Natürlich ist Marcus Lehmann bewusst, dass die Zahl von 100 Polizeibeamten in Deutschland zu gering ist, die täglich auf der Spur der Internetkriminalität fahnden. Deshalb setze er auf Aufklärung von Eltern und Erzieher einerseits und Informationen von Kindern und Jugendlichen andererseits. An der Realschule Mutlangen wird Herr Lehrmann in den nächsten Wochen in allen Klassen der Jahrgangsstufen 7 und 8 schülergerechte Informationsveranstaltungen halten.